Höhere Luftmengen dank REGEL-air® Überschlagslüfter

Fotolia Windsack Regel Air plus Überschlagslüfter

Dieser Blogbeitrag wurde 2017 verfasst – seit Januar 2018 haben wir im Bereich Fensterlüftung auf arimeo – die neue Generation Fensterfalzlüfter als konsequente Weiterentwicklung herkömmlicher Fensterfalzlüfter – umgestellt. Nachfolgend der unveränderte Blogbeitrag.

Wer Lüftungskonzepte plant oder realisiert, kennt die Problematik: Stück für Stück wurden in den vergangenen Jahren die erforderlichen Luftmengen erhöht. Immer wieder konfrontieren uns Kunden damit, ob mit REGEL-air® Fensterlüftern höhere Luftmengen abgedeckt werden können. Die Antwort ist ein klares Ja! Denn mit weiteren Systembauteilen kann die Luftmenge erhöht werden. Die geforderte Mindestlüftung wird dann mit nur wenigen Handgriffen erreicht.

Wann werden höhere Luftmengen gebraucht?

Die Grundlage dazu schafft in Deutschland die  geltende Lüftungsnorm DIN 1946-6.

Auszug aus Lüftungsnorm
„Die DIN 1946-6 verlangt jetzt die Erstellung eines Lüftungskonzeptes für Neubauten und Renovierungen. Für letztere ist ein Lüftungskonzept notwendig, wenn im Ein- und Mehrfamilienhaus mehr als ein Drittel der vorhandenen Fenster ausgetauscht beziehungsweise im Einfamilienhaus mehr als ein Drittel der Dachfläche neu abgedichtet werden. Das heißt: Der Planer oder Verarbeiter muss festlegen, wie aus Sicht der Hygiene und des Bauschutzes der notwendige Luftaustausch erfolgen kann. Das Lüftungskonzept kann von jedem Fachmann erstellt werden, der in der Planung, der Ausführung oder der Instandhaltung von lüftungstechnischen Maßnahmen oder in der Planung und Modernisierung von Gebäuden tätig ist …“

Die Norm beschreibt die nutzerunabhängige Sicherstellung der Lüftungsstufe Feuchteschutzlüftung als Mindestanforderung, d. h. auch bei unterschiedlichen Nutzungsbedingungen muss ein ausreichender Luftwechsel gewährleistet sein. Auf dieser Basis finden auch unsere Berechnungen statt, die zum Ergebnis haben, wie viele REGEL-air® Fensterlüfter für die Wohnung eingesetzt werden.

Bei den Berechnungen des Mindestluftwechsels fließt unter anderem die geographische Lage ein. Denn es macht einen Unterschied, ob der Standort beispielsweise in Aachen oder in München ist. Entsprechend ist Deutschland in zwei Windzonen aufgeteilt: eine windschwache und eine windstarke Zone.

So sind insbesondere in zwei Fällen höhere Luftmengen für den geforderten Mindestluftwechsel von großer Relevanz. Das sind zum einen Lüftungskonzepte mit Querlüftung in windschwachen Regionen und zum anderen Lüftungskonzepte mit Abluftanlagen.

1. Bei Querlüftung in der windschwachen Zone

Für unsere Branche ist das insofern von großer Bedeutung, da als die häufigste Art und Weise der Lüftung die Querlüftung angewandt wird. Das lässt sich auch gut und kostengünstig mit REGEL-air® Fensterfalzlüftern machen. Da seit einiger Zeit in der windschwachen Zone bei einer Querlüftung erhöhte Luftmengen erforderlich sind und beschlagsbedingt nur begrenzt Fensterfalzlüfter eingesetzt werden können, ist das System REGEL-air® „PLUS“ mit Überschlagslüftern die richtige Wahl.

2. Bei der Frischluftnachströmung von Abluftanlagen

Ein weiterer Anwendungsfall, bei dem höhere Luftmengen benötigt werden, ist die Lüftung in Verbindung mit Abluftanlagen. Hier kann der REGEL-air® Fensterfalzlüfter ebenfalls um einen Überschlagslüfter ergänzt werden, sodass die Nachströmung von Frischluft in ausreichender Menge gewährleistet wird.

Die Produkt-Lösung für größere Luftvolumenströme: REGEL-air® Plus

REGEL-air® Fensterfalzlüfter sind heute millionenfach in Objekten eingebaut und haben sich im Markt etabliert.

Der zusätzlich verbaute Überschlagslüfter ÜL ergänzt das Lüftungssystem und wird zusammen mit dem Falzlüfter zu REGEL-air® „Plus“. Während der Falzlüfter automatisch regelt, kann der Überschlagslüfter ÜL manuell bedient werden. Sind Wind oder Regen zu stark, wird er einfach manuell geschlossen. Er zeichnet sich durch eine stufenlose Bedienbarkeit aus.

 

Praxis-Tipp
Wir erleben es immer wieder in der Praxis: Es werden so viele der automatisch regelnden REGEL-air® Fensterfalzlüfter wie notwendig, aber eben auch wie möglich verbaut. D. h, wo immer es die Beschläge im Fensterfalz erlauben, werden die REGEL-air® Module verschraubt. Da beschlagsbedingt die Anzahl der horizontal einsetzbaren REGEL-air® Module begrenzt ist, wird manchmal unkontrolliert vertikal verbaut. Davor ist aber dringend abzuraten. Das Problem der höheren Luftanforderungen sollte nicht dadurch gelöst werden, dass eine übertrieben hohe Anzahl an REGEL-air® Fensterfalzlüftern eingebaut wird. Vorzugsweise ist stattdessen der REGEL-air® Überschlagslüfter mit zu verwenden. Werden zu viele automatisch regelnde REGEL-air® Module seitlich in der Vertikalen gesetzt, besteht die Gefahr, dass die Außenluft in Kopfhöhe wahrgenommen wird. Wenn zwei Module der REGEL-air® Fensterfalzlüfter seitlich gesetzt werden müssen, ist es daher meist empfehlenswert, diese links und rechts zu verteilen. Die Entscheidung hierfür muss zwar immer im Einzelfall getroffen werden, die Grundregel lautet aber: REGEL-air® Fensterfalzlüfter sind immer so hoch wie möglich anzuschrauben und auf insgesamt zwei Paar REGEL-air® Falzlüfter pro Fenster zu begrenzen. Daher entwickelte die Firma REGEL-air® Becks den REGEL-air® Überschlagslüfter, um mehr Luft über den Falz in den Raum transportieren zu können – eben manuell und damit optional vom Nutzer steuerbar.

 

Seit 2016:  Überschlagslüfter mit verbesserter Optik und Bedienkomfort

Die Optik wurde vor einiger Zeit von der Firma REGEL-air® Becks GmbH & Co. KG angepasst. Nun zeigt sich der Überschlagslüfter mit einer schmaleren Ansichtsbreite. Die Bedienbarkeit wurde in diesem Zuge ebenfalls optimiert. Der Abstand zur Fensterbank oder Laibung war früher etwas knapp für die Hand. Das ist verändert worden und heute können Bewohner und Mieter den REGEL-air® Überschlagslüfter einfach an den Seiten greifen und mit einem Handgriff öffnen und schließen.

 

Eine Frage steht noch im Raum: Passt das zusammen – nutzerunabhängig trotz manueller Bedienbarkeit?

Das passt, denn die Norm DIN 1946-6 fordert nutzerunabhängige Lösungen für die Lüftung. Hier stellt sich die Frage, kann der manuell bedienbare Überschlagslüfter überhaupt verwendet werden? Die Antwort ist ein klares Ja. Denn der Lüfter muss zwar vom Bewohner geöffnet und geschlossen werden, jedoch kann das Fenster geschlossen bleiben. Und genau da setzen die normativen Forderungen an. Nutzerunabhängig im Sinne der Norm bedeutet „ohne Fensteröffnen“. Somit kann man mit REGEL-air® „Plus“ beispielsweise die Lüftungsstufe Feuchteschutzlüftung nutzerunabhängig auslegen. Das ersetzt in diesem Fall natürlich nicht gänzlich das Fensteröffnen, da ja nur der Feuchteschutz geplant wurde.

Praxis-Beispiel: Eine typische Wohnung

Eine 70 m² große Wohnung in einem Mehrfamilienhaus in Berlin: Die Hausfassade wird gedämmt, und im gesamten Haus werden neue Fenster eingebaut. Die Konsequenz: Es muss ein Lüftungskonzept erstellt werden. Laut der Berechnung nach DIN 1946-6 sind circa 18 m³/h über Außenluftdurchlässe erforderlich (Und nicht zu vergessen: Die Prüfwerte der ALDs müssen in der Querlüftung halbiert werden!). Hier kommt man dann mit REGEL-air® Fensterfalzlüftern alleine nicht mehr aus. Doch die Lösung heißt REGEL-air® „Plus“. In unserem Beispiel werden dann an allen 6 Fenstern je ein Überschlagslüfter und zwei Module Falzlüfter montiert. Damit ist die Lüftungsnorm erfüllt.

 

Autor: Enrico Mager, Prokurist, INNOPERFORM® GmbH